Erregerdiagnostik schnell und sicher

01 Diagnostik

Das schwächste Glied der Medizin: Die Bekämpfung einer Infektionskrankheit beginnt heute in der Regel mit einer Vermutung: Der Arzt nimmt aufgrund äußerer Symptome einen bestimmten Erreger als Ursache der Erkrankung an und wählt die entsprechende Therapie. Stellt sich der Erfolg nicht ein, wird eine andere Therapie versucht. Eine genaue Erreger-Analytik ist bisher für die Praxis zu langsam und zu teuer.

02 Die Idee

Weitaus genauer als die üblichen Schnelltests sind molekulare Tests auf PCR-Basis, die in einer Probe nach der spezifischen RNA (dem Erbgut) eines Erregers suchen. Dieses Verfahren ist erprobt und genau, aber auch sehr zeit- und kostenaufwendig. Man müsste nun ein kleines Gerät entwickeln, das eine Probe direkt beim Arzt in max. 30 Minuten testen kann…

In der Theorie sehr einfach und überzeugend, in der Praxis scheiterten bisher viele Versuche, praxistaugliche „Lab-on-a-Chip-Systeme“ zu entwickeln. Eine der großen Herausforderungen war dabei die aufwendige Reinigung der Probe.

Ein junges norddeutsches Biotech-Unternehmen hat sich in kurzer Zeit einen hervorragenden Ruf in der Erreger-Diagnostik erworben. Es hatte den Mut, für dieses Problem das seit langem bekannte Verfahren der "nested PCR" zu nutzen: Hier schaltet man zwei getrennte Zyklen der RNA-Amplifikation hintereinander, kann dadurch auf eine aufwendige Reinigung der Probe verzichten.

03 Die Innovation

Dies altbekannte Verfahren hatte bisher einen entscheidenden Nachteil: Zwischen den beiden Zyklen der RNA-Amplifikation musste ein Teil der Probe entnommen und in ein anderes Gefäß überführt werden. Zu leicht entstanden dabei Verunreinigungen, die eine sichere diagnostische Aussage verhinderten. Die zündende Idee: mit Hilfe der modernen Mikrosystemtechnik sollte es möglich sein, kleinste Proben automatisch, sicher und schnell zu handhaben.

04 Die Realisierung

Für die Entwicklung wurde ein führendes Forschungsinstitut für Mikrosystemtechnik gewonnen. Das Biotech-Unternehmen entwickelt die „Chemie“, das Institut die technischen Komponenten für Transport, Heizen und Kühlen, Detektion. Mit einem Großlabor stand ein weiteres Unternehmen bereit, um die Ergebnisse mit den bisherigen, im klassischen Labor erzielten Werten zu vergleichen.

Für die Finanzierung des Projektes wurde ein hoher Zuschuss im Rahmen eines Förderwettbewerbs gewonnen.

TOP
Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz.